Übersicht über den Aufbau des (Recht-)Schreiberwerbs für die 1.-3. Klasse
In welchem Alter dürfen wir was von einer Schülerin/einem Schüler erwarten?
Mit unserem Leitfaden wollen wir eine Antwort auf diese Frage geben. Die folgenden Informationen sollen dazu beitragen, das Kind in seiner Entwicklung richtig zu unterstützen und aufzeigen, mit welchen Kriterien Sie einen Text beurteilen können.
Ein 6- bis 7- jähriges Kind bringt beim Schuleintritt grundsätzlich Neugier fürs Schreiben lernen mit. Es freut sich darauf, dass sich ihm mit dieser Kulturtechnik eine neue Welt öffnet. Das Kind weiss noch nicht, dass man beim Schreiben Fehler machen kann - das hört es erst von uns Erwachsenen, wenn wir statt des Inhalts eines Textes nur die Rechtschreibung kommentieren. Grundsätzlich jedoch soll ein Kind (bis zur 3. Klasse) hören, warum seine Texte spannend klingen und was uns daran gefällt. Die Freude am Schreiben steht im Mittelpunkt. Auf welche ¨Fehler¨ hingewiesen werden kann, hängt vom Lernstand ab, in welchem sich das Kind gerade befindet.
Zuerst lernt das Kind genau hinzuhören und das zu schreiben, was es hört. Man nennt dies lautgetreues Schreiben. Auf diese Weise wird das Kind bereits viele Wörter richtig schreiben können, denn 50% aller deutschen Wörter werden lautgetreu geschrieben. Darüber hinaus lernt es im Verlauf der 2. und 3. Klasse einen Grundstock an Lernwörtern (Lernwörter = alle nicht lautgetreuen Wörter).
Durch dieses Vorgehen ermöglichen wir den Kindern ein solides Fundament. Darauf aufbauend werden ab der Mittelstufe die Regeln der Rechtschreibung gelernt und geübt.
Bei den nachfolgenden Vermerken ¨Hilfestellung¨ erhalten Sie Hinweise, wie Sie Ihr Kind im jeweiligen Lernprozess unterstützen können.
Wir wünschen Ihnen und uns beim Begleiten der Kinder zu freudigen Schreiberinnen und Schreibern viel Spass und gutes Gelingen.
Anita Kratzer und Elsbeth Asper
Henggart, im Mai 2011